Martin Luther & Thomas Müntzer Stadthalle Eschwege, Eschwege am 29.04.17

Samstag 29.04.17
Einlass: 19:30, Beginn: 20:00
Stadthalle Eschwege, Eschwege

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Informationen

Forte: »Das Stück spielt von 1514 bis 1525. Dass die Bezüge auf unsere Zeit so klar und unübersehbar sind, hat mich selbst überrascht. Es bedurfte keiner Aktualisierung, keiner für das Theater zurechtgebogenen Konfrontation. Es gibt anscheinend Konstellationen, die sich modellhaft wiederholen.«

Es geht um Menschen im Netz der Macht. Es geht um wechselnde Allianzen und die Verflechtungen von Kirchengeschichte, Politik und Wirtschaftsgeschichte zur Zeit der Reformation. In spannenden  Handlungssträngen stellt Forte Lebensstationen Luthers denen der Entscheidungsträger der Epoche (Kaiser, Papst, Kurfürsten) gegenüber, die seine Lehre für ihre wirtschaftlichen und machtpolitischen Ziele missbrauchen. Drahtzieher im Hintergrund ist Jakob Fugger, in dessen Bankgeschäfte alle eher mehr als weniger verstrickt sind.

Seit Jakob Fugger bestimmen Finanzdynastien das Weltgeschehen.
Dieter Forte: »Die Verkleidungen wechseln, die Machtstrukturen bleiben die gleichen.«

 „Martin Luther…“, 1970 uraufgeführt, ist ein Paradebeispiel für den Siegeszug eines Stücks. Auf 40 Bühnen in zehn Ländern sorgte Fortes mit ebenso scharfsinnigem wie scharfzüngigem Humor geschriebenes Stück bei Zuschauern wie Kritikern für Furore. Die weltweiten Aufführungen u. a. in den USA, in Japan, Frankreich, Italien, Rumänien, Ungarn, in der Türkei, den Niederlanden und in der UdSSR beweisen mehr als alles andere die Bedeutung des Werkes. Es gibt nur wenige deutsche Dramatiker mit vergleichbarer, geradezu überwältigender internationaler Zugkraft. In der Tradition des Dokumentartheaters eines Heiner Kipphardt („In der Sache J. Robert Oppenheimer“) oder Peter Weiss („Die Ermittlung“) montiert der auf Faktizität bedachte Forte Original- und fiktive Texte in authentische historische Szenen und Situationen.